Tulpenmanie


Folgen

Im Februar 1637 versuchten in Haarlem einige Tulpenhändler ihre Produkte an den Mann zu bringen, um nun die versprochenen Gewinnen mitzunehmen. Aber tatsächlich wurden ihnen ihre Zwiebeln nicht wie erwartet aus den Händen gerissen.
Als Finanzmerktprodukt waren die Tulpen ein Versprechen auf Reichtum gewesen, doch als tatsächliches Produkt schienen die Menschen nicht bereit das dreißigfache eines Jahresgehaltes für eine Blume im Garten zu bezahlen.
In dem Moment, wo klar wurde dass hinter die fantastischen Preisen der Zwiebeln letzten Endes kein realer Markt mehr stand, brach das System zusammen.
In der Folge der massiven Verluste (Wertverluste von fast 95 Prozent waren an der Tagesordnung) mussten Politik und Wirtschaft reagieren.
Es gab mehrere Versuche die Krise zu lösen. So wurde vorgeschlagen, alle Käufe nach dem 30. Nove,ber 1636 sollten annuliert werden können, bei Zahlung eines Bußgeldes von 10 Prozent in Höhe des Kaufpreises.
Da machten jedoch all jene nicht mit,die schon Tulpenzwiebeln im Voraus geordert hatten und nun fürchteten ein Produkt zu einem Vielfachen seines tatsächlichen Wertes kaufen zu müssen.
Ein weitere Voschlag war, alle Käufe seit Ende September 1636 ohne Bußzahlung annulieren lassen zu können. Dagegen sprachen sich jedoch all jene aus, die ihre Produkte bereits verkauft und das Geld, das fest einkulkuliert gewesen war, teilweise schon ausgegeben oder reinvestiert hatten.
Die Politik mischte auf beiden Seiten mit. Örtliche politische Größen waren nämlich oftmals selbst betroffen und versuchten natürlich einen Ausgang im eigenen Sinne zu erreichen.
Der oberste Gerichtshof der Niederlande erklärte daraufhin alle Verträge als gültig, jedoch sollten aussergerichtliche Einigungen erreicht werden.
In Haarlem wurden daraufhin sogar Gerichtsverhandlungen im Zuge der Tulpenspekulationen verboten.
Da sich jedoch oftmals keine Einigung finden wollte, wurden schließlich Kommisionen einberufen, die sich letztendlich darauf einigten, dass Alle laufenden Verträge gekündigt werden könnten, wenn ein Bußgeld von 3,5 Prozent in Höhe des Kaufpreises gezahlt würde.

 

 

Diskussionsfrage:

Stefan Frank schreibt bei Publikativ.org:
"Wie würden heutige Regierungen handeln? Sie würden die niedrigen Tulpenpreise für den Kern des Problems halten. Um den Markt »anzukurbeln«, würden sie Bürgschaften für alle Tulpenhändler abgeben, sie unter einen »Rettungsschirm« nehmen. Für den Kauf von Tulpen würden günstige Kredite zur Verfügung gestellt. Eine »Bad Bank« würde eingerichtet, um die von den Tulpenhändlern angesammelten Schuldscheine in Staatsanleihen umzutauschen. An den größten Tulpenhandelskonzernen würde sich der Staat direkt beteiligen, die Zentralbank würde außerdem zu Stützungskäufen ermächtigt, um die Tulpenpreise wieder in die Nähe der Höchststände zu hieven und so »Vertrauen« zu schaffen."

http://www.publikative.org/2011/10/19/rettungsschirm-fur-tulpenhandler/

Lassen sich Tulpenmanie und die heutige Finanzkrise wirklich so ohne weiteres Vergleichen? Bei der Tulpenmanie waren vor allem Privatpersonen betroffen, während bei der Finanzkrise große Geldhäuser in Schieflage gerieten, von denen unsere Wirtschaft zum großen Teil abhängt. Andererseits sind beide Krisen im Aufbau ihres Verlaufs ähnlich. Lass sich vielleicht doch Lehren aus der Tulpenmanie ziehen?


 

Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!