Tulpenmanie


Höhepunkt

Zwischen 1630 und 1637 entwickelte sich eine regelrechte "Tulpenmanie", auch weil sich ab 1634 zunehmend Franzosen an der Tulpenspekulation beteiligten.
Je mehr die Preise für Tulpenzwiebeln sich entwickelten, desto mehr Menschen wollten am wirtschaftlichen Erfolg dieser Spekulation teil haben.
Schon bald waren es nicht mehr nur Händler und Menschen aus der gut begüterten Oberschicht, die Tulpenzwiebeln kauften und verkauften, ohne auch nur je eine echte Tulpenziebel dafür in die Hand nehmen zu müssen. Auch breite Teiler der bpürgerlichen Mittelschicht und sogar ärmere Bevölkerungsschichten engagierten sich und wollten durch Tulpen schnelles Geld machen.
1635 wurde ein Handel mit 40 Tulpenzwiebeln gegen 100 000 niederländische Gulden bekannt
(1 Gulden damals enspricht in seinem Gegenwert heute etwa 10,30 Euro).
Um diese Summen richtig einschätzen zu können, sollte man sich bewusst machen,
dass Carolus Clusius, der die Tulpe erst in die Niederlande gebracht hatte, als Professer für Botanik
an der Universität in Leiden etwa 750 Gulden im Jahr verdiente.
Er hätte also mehr als drei Jahreslöhne aufbringen müssen, um sich eine der Zwiebeln aus dem eben beschrieben Verkauf leisten zu können.
Auf dem Höhepunkt der "Tulpenmanie" im Februar 1637 kostete eine Zwiebel der Tulpe "Viceroy"
zwischen 3000 und 4200 Florins (Silberguldenstücke). Dies entsprach etwa dem zwanzig bis dreißigfachen Jahreseinkommen eines tüchtigen Handwerkers.
Zu diesem Zeitpunkt ging es schon nicht mehr darum, sich durch prestigeträchtige Blumen im Garten von seinen Nachbarn abzuheben. Die Zwiebeln, die oft noch nicht einmal aus der Erde waren (oder teilweise noch gar nicht IN der Erde waren) wurden direkt weiter verkauft. Es ging darum durch Kauf und Verkauf Geld zu machen.
So wurde die Tulpenzwiebel vom Prestigeobjekt zum Finanzmarktprodukt.

So entstehen Finanzmarktprodukte in der Moderne

 

Diskussionsfrage

Neue Finanzmarktprodukte bieten oftmals die Gelegenheit viel Geld zu verdienen, was teilweise der Realwirtschaft direkt zur Verfügung steht und unter Umständen für den Ausbau von Arbeitsplätzen verwendet werden kann. Gleichzeitig entstehen und verändern sich Finanzmarktprodukte so rasant, dass mögliche Folgen oder eine Kontrolle selbiger als fast unmöglich erscheinen.
Sollten neue Finanzmarktprodukte beschränkt werden, um sicher zu stellen, dass sie der Realwirtschaft keinen Schaden zufügen können? Selbst wenn diese Beschränkung selbst schon finanzielle Einbußen mit sich bringt?

 


 

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